Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Freitags streiken die Schülerinnen und Schüler beim “Friday for Future” für den Klimaschutz. Sie sorgen sich um ihre Zukunft und möchten mitreden. Sie erinnern uns daran, dass es ihre Zukunft ist, über die wir, die Erwachsenen, reden und entscheiden. Sie erinnern uns daran, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit über die Zukunft unserer Kinder entscheidet. Es gibt für mich keine Zweifel am Klimawandel. Alle Menschen müssen sich der Folgen für die Umwelt bewusst werden und ihr Verhalten anpassen. Politik muss dafür den Rahmen setzen: Wir müssen also handeln und entscheiden - für unsere Kinder!

Umweltschutz: Meine Hauptanliegen

  • Grünzeug ist nicht nur für Tiere! Wir brauchen unsere Wälder, (Klein-)Gärten und Parks für die frische Luft, für das Klima, zum spielen und für unsere eigene Ernte.
  • Ich unterstütze die Aktion 100 lokale Maßnahmen, damit Potsdam bis 2050 Co2 neutral wird.
  • nachhaltiges Bauen schützt unser Klima und sorgt dafür, dass unsere Kinder sich in der Stadt auch noch in 40 Jahren wohl fühlen.
  • warum wegwerfen, wenn es zu reparieren geht? Für weniger Müll auf den Straßen, dafür mehr Recycling, weniger Verpackung und mehr Pfandsystem.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Brandenburg

Brandenburg hat so viele Naturparke und Biosphärenreservate wie kein anderes Bundesland. Ein Drittel unseres Landes ist Naturschutzgebiet. Nicht ganz einfach ist es mit dem Umweltschutz an anderer Stelle: Die großen Kohleabbaugebiete in der Lausitz sollen weg, doch dann sind auch die Arbeitsplätze verschwunden. Die Lausitz wird viele gute Ideen und sehr viel Geld brauchen, um den Weg ohne Kohle zu schaffen. Das andere große Thema im Bereich Umwelt ist die Landwirtschaft. Brandenburg hat traditionell große Äcker, auf denen Getreide angebaut wird. Bekannt sind Spargel und Obst aus der Region und die Spreewaldgurke. Nur etwas mehr als 10 Prozent der Flächen werden ökologisch bebaut, 13 Prozent der Betriebe sind Biobauern. Beliebt sind bei den Ökolandwirten vor allem Schafe und Rinder. Wir alle machen uns Sorgen um die Bienen. Nicht nur in Brandenburg geht die Zahl dramatisch zurück. Bei beiden Themen müssen wir handeln. In den nächsten Jahrzehnten sollte es in Brandenburg mehr Biobauernhöfe geben und damit auch mehr Bienen. Gut dass das zusammengehört.   

Warum Nachhaltigkeit auch in Potsdam wichtig ist

Potsdam hat innerhalb von 15 Jahren fast ein Viertel mehr Einwohnerinnen und Einwohner gewonnen. Wir brauchen mehr Wohnungen, mehr Kitas und Schulen, mehr Straßen. Damit wir unsere Stadt nicht zubauen, müssen wir nachhaltige Häuser erreichten, grüne Lungen planen und dabei immer bedenken, dass sich unsere Kinder hier ebenso wohl fühlen sollten wie wir. Schnell, schnell geht also nicht. Klimaschutz hat in Potsdam schon lange Tradition, denn es gibt bereits sehr viel Engagement für die Umwelt. Die Potsdamer Stadtverwaltung hat sich hohe Ziele gesetzt, um ihren Beitrag zu leisten, den Klimawandel zu stoppen. Die Bürgerinnen und Bürger helfen mit.

Was Nachhaltigkeit bedeutet

Nachhaltigkeit bedeutet zunächst, dass die Wirkung einer Handlung lange anhält oder bleibt. Das wünschen wir uns ja für alle guten Dinge, die wir anstoßen. Die Förster waren die Ersten, die Nachhaltigkeit formulierten: Es darf nicht mehr Holz gefällt werden, als nachwachsen kann. Da Bäume sehr lange brauchen, bis sie groß genug sind, um gefällt zu werden, gibt es eine Eigenschaft, die für Nachhaltigkeit wichtig ist: Geduld. Der Begriff Nachhaltigkeit wird häufig verwendet und ist daher schon etwas abgegriffen. Doch es gibt keinen besseren für das Ziel, möglichst so zu wirtschaften, dass unsere Kinder und Enkel die Chance haben, ein ebenso gutes Leben auf unserem Planeten zu führen wie wir. Wir dürfen nicht mehr verbrauchen, als wir haben. Das bezieht sich auf alle Vorräte dieses Planeten – saubere Luft, genügend Wasser, fruchtbare Erde, ausreichend Energie.

Nachhaltiges Bauen in Potsdam

Ein Gebäude nachhaltig zu bauen bedeutet, es so zu entwerfen, dass es möglichst ohne Wartung seine Funktion erfüllt und wenig Energie verbraucht. Kitas, Schulen und unser Rathaus werden so (um-) gebaut. Es gibt interessante Modelle um neue Energien einzusetzen. Brauchwasseranlagen, Solaranlagen auf dem Dach, Erdwärmeanlagen. Das Land gibt Geld für viele Maßnahmen dazu. Wer wild entschlossen ist, kann auch privat eine Menge tun: ein Null-Energie-Haus bauen mit wenig Asphalt rundherum, damit viel Regenwasser im Boden versickern kann. Alte Häuser fit zu machen ist auch eine gute Tat für die Umwelt. Die Stadt plant sogar einen ganzen Stadtteil klimaneutral zu gestalten. Krampnitz mit dann 10.000 Einwohnern wird von den Potsdamer Stadtwerken mit Strom und Wärme so versorgt, dass es keinen CO2 Überschuß gibt und keine fossilen Energien wie Kohle, Gas oder Öl verwendet werden. Das ist vorbildlich.

Freiräume, Grünflächen und Naturschutzgebiete

Unsere königlichen Gärten und Parks sind zum Spazierengehen ideal und bieten vielen Tieren ein Zuhause. Städtisches Grün kann aber noch mehr: es verdaut die schlechte Luft aus Abgasen, senkt die Temperatur in der Stadt und hält die Feuchtigkeit. Fehlen noch die Kleingärten mit der eigenen Ernte an Zucchini und Erdbeeren. Was ist daran umweltbewusst? Jeder Mensch, der sein Gemüse selbst anbaut, kauft kein in Plastik abgepacktes Stück. Jedes Stückchen Grün macht Insekten froh, und Menschen auch – auf der Wiese liegen, Spielen, Toben, wilde Baumhäuser im Wald bauen. Brachliegende Grünflächen könnten gemeinsam genutzt werden, z.B. als Nachbarschaftsgärten. Gärten, auch wenn sie noch so großes Interesse bei Investoren wecken, bleiben tabu für die Bebauung. Sie werden gebraucht! Damit die Bienen eine Chance haben, unterstützt das Land die Aussaat von Blumen an vielen Grünstreifen und die Anlage von Streuobstwiesen.

Gegen die Wegwerfgesellschaft: So vermeiden wir Müll

Zu DDR-Zeiten gab es den Altstoffhandel SERO, der Flaschen, Gläser, Altpapier und Schrott annahm. Die Kinder konnten sich ein paar Pfennige verdienen, wenn sie von Haus zu Haus gingen und altes Material ein sammelten. Das System war sehr effektiv, doch leider mit der Wende verschwunden. Das System der STEP greift nicht so gut, vermutlich weil alles im Überfluss existiert, selbst der Abfall. Einige Angebote zur Müllvermeidung sind in Potsdam vorhanden, die ich selbst gerne nutze. Das Repair-Cafe tagt mehrmals im Jahr z.B. in der Stadt- und Landesbibliothek. Kaputte Elektronik wird hier wieder zum Laufen gebracht und zwar gemeinsam, also mit persönlichen Erfolgserlebnis. Coffee to go ist ein Verbrechen am Klima, zumindest, wenn der Kaffeebecher danach weggeworfen wird. Der eigene Potspresso-Pfandbecher sollte als Alternative immer griffbereit sein.

Nachhaltiges Einkaufen in Potsdam

Am Luisenplatz eröffnete im letzten Jahr der erste Potsdamer Einkaufsladen ohne Verpackungsmüll. Dort kann der umweltbewusste Mensch mit seiner eigenen Tupperdose einkaufen, genauso viel wie er oder sie gerade braucht. Die Dichte an Bioläden in der Innenstadt ist beeindruckend und zeigt das Ökobewusstsein der Potsdamerinnen und Potsdamer. Eine ganz besondere Schweinerei wartet im Potsdamer Sauenhain: Quietschlebendige Schweinchen, die das ganz Jahr über auf einer alten Streuobstplantage leben und dann zu Wurst verarbeitet werden. Ganz klar, Bio-Lebensmittel sind nicht billig und nicht jeder kann es sich leisten. Es ist daher dringend erforderlich, dass die Landespolitik Bio-Landwirtschaft stärker unterstützt. Glückliche Tiere und das Klima werden es danken.

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