Kultur

Kultur: Meine Hauptanliegen

  • Theater, Konzert, Club oder Kino. Kultur ist für alle und Kultur ist, was uns Spaß macht. Und da Geschmäcker verschieden sind, brauchen wir eine große Auswahl.
  • Künstlerinnen und Künstler sollten von ihrer Arbeit leben können und nicht ausgebeutet werden. Kunst macht Arbeit.
  • Das kulturelle Erbe Potsdams ist mehr als nur Schlösser und Gärten. Und gerne sollten wir kritisch Altes und Neues betrachten.
  • Der Filmstandort Babelsberg ist weltberühmt. Das sollten wir uns nicht nehmen lassen.
  • Toleranz ist ein schönes Wort. Füllen wir es mit Leben! Ich will eine Stadt, in der jeder so leben, lieben und glauben kann, wie er es möchte.

Kultur in Brandenburg

Natur und Kultur sind im Grunde Gegensätze. In Brandenburg gibt es mit den vielen Parklandschaften eine ganz wunderbare Verbindung. Hier fühlen sich Mensch und Biene wohl. So soll es sein. Aber nicht nur Schlösser und Gärten auch Theater und Bühnen, Museen und Galerien gibt es in Brandenburg überall. Geballt in den Städten, überraschend zu finden in kleinen Dörfern. “Hätt ich jetzt nicht gedacht” sagen wir Brandenburger dann. Und doch wäre hier und da noch ein alter Konsum mit kleinem Festsaal und Kino nötig. Kultur ist eben auch gemeinsames Erleben, gemeinsames Feiern, gemeinsames Erinnern. Für die kleinen Dorfgemeinschaften ist das wichtig, für die Städte ebenso.

Die Kultur in Potsdam

Potsdam ist Kultur pur, selbst wenn wir die königlichen Schlösser hier einmal abziehen. In der Landeshauptstadt tummeln sich die Großen wie das Hans-Otto-Theater, genauso wie die Kleinen – die Festivals, die Tanzfabrik oder das Waschhaus. Allen gemeinsam ist: Ohne das Geld vom Land könnten sie nicht überleben und wir nicht tanzen, nicht feiern, keine großartige Gebäude bewundern oder in kunstvollen Landschaften spazieren gehen. Nicht einmal erinnern: an die schreckliche Zeit der Nazis, die Gefangenen der Stasi und den emotionalen Moment der Maueröffnung. Stadt und Land müssen gerade in Potsdam eng zusammenarbeiten. Dafür stehe ich!

Standortfaktor Kultur

Die Verbindung von Kultur und Kunst ist so alt wie die Menschheit. Fast genauso alt ist der Streit darüber, wer das bezahlen soll. Die Besucher, die staunend vor dem Neuen Palais stehen, freuen sich dagegen, dass Friedrich der Große so großzügig war und lassen ihr Geld in der Stadt. Kultur ist ein Wirtschaftsfaktor in der Landeshauptstadt und macht Potsdam nicht nur für Besucher attraktiv. Viele leben und arbeiten mit Kultur, verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Vom Kulissenbauer im Hans-Otto-Theater bis zur Museumswärterin im Museum Barberini. Auch wenn wir gelegentlich genervt sind von den Vielen in der Brandenburger Straße, ihnen gefällt genau das, was uns auch gefällt – unsere Stadt.

Kultur muss für alle da sein!

“Kultur für alle” bedeutete in der DDR vor allem kostenlose oder kostengünstiger Zugang zu Kultur und Bildung. Jeder sollte es sich leisten können, ins Theater, Kino, Konzert zu gehen oder Bücher auszuleihen. Das ist heute aktueller denn je! Wer nicht in jungen Jahren mit Kunst in Berührung kommt oder nur RTL II Fernsehen kennt, vermisst später das Theater nicht. Weiß aber auch nicht, was ihm entgeht. Ziemlich viel. Noch besser als ansehen ist teilnehmen. Schauspieler sein oder ein Musikinstrument spielen macht außerdem Spaß. In dieser Kombination nennen wir es kulturelle Bildung. Egal – Hauptsache, die Kinder und Jugendlichen finden es toll. Damit alle teilnehmen können, muss es möglichst kostenlos oder kostengünstig sein. Kultur für alle ist eben doch eine Preisfrage.

Theater, Museen und Musik

Das Hans-Otto-Theater musste in den Jahren nach der Wende Federn lassen. Es gibt einen ziemlich schönen Neubau, doch Chor und Orchester sowie Ballett sind dahin. Mit dem Nikolaisaal, den Musikfestspielen, der Kammerakademie und den vielen Chören in Potsdam kommt die Musik jedoch nicht zu kurz. Die neue Intendantin des Theaters bringt auf jeden Fall die Luft zum Schwingen. Die einst totgesagte Schiffbauergasse erwacht zu neuem Leben. Das neue Museum Barberini belebt den alten Markt und die Jugendlichen die Freundschaftsinsel. Was uns noch fehlt, ist neben den studentischen “Sehsüchten” ein großes Filmfestival. Wer wagt es? Ein neuer Höhepunkt wird sicher das DDR-Kunst-Museum im ehemaligen Minsk. Ich freue mich über das privates Engagement der Plattner-Stiftung, es kann aber staatliche Förderung nicht ersetzen, nur ergänzen. Museen sind Erinnerungen, selten Ausblicke. In der Kultur braucht es beides – ohne den Blick und das Verständnis des Vergangenen haben wir keine klare Zukunft.  

Bildende Kunst

Vom Griebnitzsee über die Schiffbauergasse bis nach Groß Glienicke zieht sich ein erstaunliches Band von Ateliers, Galerien und Ausstellungsräumen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt entdeckt man an fast jeder Ecke beeindruckende Kunstwerke. Vom Obelisken aus den Zeiten Friedrich des Großen über DDR-Kunst an Wohnhäusern bis zur modernen Skulptur am Ufer des Tiefen Sees ist jede Epoche vertreten. Die Kreativität der Potsdamer Kunstszene war auch zu DDR-Zeiten ungebrochen und ist heute so vielfältig wie nie. Ich mag diese bunte Mischung und setze mich dafür ein, dass bildende Kunst seinen Platz in Potsdam ausbauen kann.

Medien

Soziale Medien sind neben Zeitungen und Zeitschriften, Fernseh- und Radiosendern inzwischen ganz selbstverständlich für die Meisten. Das Internet mit all seinen Möglichkeiten von Facebook bis YouTube hat aber Medienpolitik nicht verändert. In einer Demokratie verfassen Politiker Gesetze, damit Informationen und Meinungen für jeden verfügbar sind und nicht um diese zu kontrollieren. Lügen oder Halbwahrheiten gab es schon immer. Sie sind dadurch, dass inzwischen jeder durch das Internet Informationen verbreiten kann, sicher nicht weniger geworden. Die unübersehbare Zahl an Informationen schafft aber Ängste. Die spannende Aufgabe von Politik und uns allen wird daher sein, dass Menschen Meinung und Information unterscheiden können und Falschinformationen erkennen. In unserem dünn besiedelten Brandenburg ist es zudem schwierig, die technischen Voraussetzungen für Informationen zu erhalten und zu geben. Aber am Ausbau von Kabel, schnellem Internet und gutem Handyempfang sind wir dran!

Filmstadt Potsdam: Blockbuster aus Babelsberg

Die Brücke aus dem Steven Spielberg Film “Bridge of Spies” steht in Potsdam. Als Spielberg drehte, ging drei Tage nichts mehr auf der Verbindung zwischen Wannsee und Potsdam. Macht nichts, dafür gab es einen Oscar. Die Glienicker Brücke ist keine Kulisse, genauso wenig wie das prachtvolle Barockhaus neben dem Lustgarten, das von den Preußen als Pferdekutschstall gebaut wurde. Es beherbergt nun das Filmmuseum. Das ist schon ziemlich voll und braucht dringend ein neues Depot. Denn seit 1912 werden in den Babelsberger Studios Filme gedreht. Großartige Filme, internationale Filme. Es ist das älteste und bekannteste europäische Filmstudio. Es ist nicht nur ein enormer finanzieller Gewinn, wenn es heißt “and the Oscar goes to Babelsberg Studios” wie zuletzt 2018. Die Filmförderung ist Aufgabe des Landes und des Bundes. Es ist dann meine Aufgabe im Parlament daran zu erinnern: “Wir hier in Potsdam sind die Besten!” Das mache ich gerne.

Die freie Kulturszene in Potsdam

Potsdams Kulturschaffende sind ein streitbares Völkchen, das mit dem Rechenzentrum ein kreatives Zentrum im Herzen der Stadt gestaltet hat. Frei heißt in der Kulturszene meist von der Hand in den Mund leben. Ob das nächste Engagement oder der nächste Auftrag kommt, ist abhängig von vielen Faktoren. Glück sollte keine Rolle spielen. Deshalb kämpft die freie Szene um bezahlbare Räume und langfristige Verträge. Ich finde den Einsatz gut und setze mich für bessere Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen und Künstlern ein. Freie Kunst oder Hobby? Es gibt gelegentlich einen schmalen Grad zwischen Beidem. Ich denke, lieber etwas Großzügiger zu sein, schadet nicht. Gerade junge Leute probieren sich gerne aus, beim Skaten, Sprayen, Feiern und Kunst, die wir Erwachsenen nicht gleich als solche erkennen. Geld locker zu machen für all das, ist nicht einfach. Wir müssen es trotzdem versuchen. Freiland und Archiv sind solche Experimentierfelder für junge Menschen, die ich gerne unterstütze.

Erinnerungskultur

Wenn wir uns mit unserer Vergangenheit und unserer Geschichte beschäftigen, dann tauchen viele unterschiedliche Bilder Potsdams auf. Die Schrecken der beiden Weltkriege, die sowjetische Besatzung und die Stasi-Überwachung in der DDR sind dunkle Kapitel, deren Erinnerung wir wach halten müssen, damit sich Geschichte nicht wiederholt. Damit eng verwoben ist auch unser Umgang mit Glauben, gerade mit der jüdischen Religion, die erst seit einigen Jahren in Potsdam wieder auflebt. Erinnern und gegenhalten ist inzwischen eine starke Tradition in Potsdam. Für Toleranz, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander aller, die hier wohnen.

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