Teilhabe statt Nachteil – Potsdamer Modellprojekt für Jugendliche mit Behinderung überzeugte die Landtagsabgeordneten

Das Modellprojekt Schulanschlussbetreuung des Oberlinhauses wurde im Bildungsausschuss des Landes vorgestellt, interessiert diskutiert und es hinterließ Eindruck: Das Land Brandenburg wird ab diesem Jahr  1,2 Millionen Euro zur Verfügung stellen, damit für ältere Kinder mit besonderem Förderungsbedarf eine Ferienbetreuung finanziert wird. Das ist ein sehr guter Schritt hin zu einer besseren Vereinbarung von Beruf und Familie für Eltern von Kindern mit Behinderung. Regelmäßig wird ich in meiner Bürgerssprechstunde auf die fehlende Betreuung aufmerksam gemacht. Denn der Schultag endet in Brandenburg meist um 15  Uhr und es sind ganze 12 Wochen Ferien im Jahr zu überbrücken. Kein Problem für die meisten Jugendlichen, sie brauchen keinen Hort mehr, sie können alleine nach Hause gehen und ihre Freizeit mit Freunden gestalten. Kindern mit Behinderung ist das oft nicht möglich, sie brauchen Betreuung und Hilfe im Alltag auch über die Grundschulzeit hinaus. Das Oberlinhaus springt in diese Betreuungslücke ein. Die Betreuung am Nachmittag und in den Ferien ermöglicht den Eltern zu arbeiten und die Kinder haben die Möglichkeit, Freundschaften zu knüpfen und an gemeinsamen Ausflügen und  Aktivitäten teilzunehmen. Zudem können die jungen Erwachsenen üben, ein möglichst selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Stadt Potsdam finanziert auf Beschluss der Stadtverordneten den Hort für die Potsdamer Jugendlichen auf freiwilliger Basis. In vielen Brandenburger Kommunen ist das leider nicht der Fall. Die SPD-Fraktion hatte deshalb auf meinen Vorschlag hin die Elterninitiative aus dem Oberlinhaus und Fachbereichsleiter Frank Thomann von der Stadt Potsdam zur Anhörung im Landtag eingeladen, damit sie über das Potsdamer Modell berichten. Es zeigte sich, dass es eben nicht so einfach ist, dieses Modell auf den ländlichen Raum zu übertragen. Wie viele Kinder benötigen noch einen Jugendhort? Wo wohnen sie und wo könnte eine Schul- und Ferienbetreuung in der Lausitz oder Prignitz stattfinden, damit möglichst viele Jugendliche teilnehmen können?

Eine gute Lösung für alle Brandenburger Kinder mit Behinderung wird daher noch dauern. So wie es auch in Potsdam noch weitere Baustellen für Familien mit Kindern gibt, die eine Beeinträchtigung haben. Ich bleibe da dran. Der Beschluss im Landtag zur Finanzierung der Ferienbetreuung beinhaltet auch eine Bedarfserfassung für eine Betreuung am Nachmittag. Wenn die Zahlen vorliegen, wird weitergeplant.

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