Sozialer Wohnungsbau erreicht mehr Menschen in Potsdam.

Die Änderungen beim Wohnberechtigungsschein und die neuen Förderrichtlinien für sozialen Wohnungsbau werden den Wohnungsmarkt in Potsdam entspannen.

Potsdam ist beliebt und eines der weitreichendsten Folgen ist: Bezahlbare Wohnungen sind rar geworden. Besonders Familien mit Kindern finden keine angemessen große Wohnung, Senioren keinen kleinen barrierefreien Wohnraum. Studierende zahlen horrende Summen für winzige WG-Zimmer. Eine Situation, die sich in den letzten Jahren abrupt verschärft hat und die ich mit großer Sorge sehe. Gerade diese drei Bevölkerungsgruppen haben meist wenig Einkommen und sind bei der Wohnungssuche benachteiligt.

Das Thema Wohnungsbau hat uns im Brandenburger Parlament im letzten Jahr stark beschäftigt und wir haben eine Reihe von Gesetzen auf den Weg gebracht, damit mehr und schneller gebaut wird. Das Land fördert besonders den Bau und die Modernisierung von Mietwohnungen, die dann barrierefrei sind und sozialverträglich an Familien mit Kindern und mobilitätseingeschränkte Menschen vermietet werden können. Mit zum Teil zinslosen Darlehen des Landes können Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und private Investoren Sozialen Wohnungsbau errichten. So wird die Potsdamer Wohnungsbaugesellschaft Pro Potsdam bis zum Jahr 2027 insgesamt 2.500 Wohnungen bauen – 1000 davon im geförderten Wohnungsbau.

75 Prozent der geförderten Wohnungen werden preisgebunden vermietet, davon die Hälfte an Inhaber eines Wohnberechtigungsscheines (WBS), die andere Hälfte an Mieter, die die sogenannte zweite Einkommensgrenze erreichen. Das werden in Zukunft wesentlich mehr sein. Die Landesregierung plant, die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf einen WBS zu ändern: Ein Ein-Personen-Haushalt darf dann statt 12.000 Euro nun 15.600 Euro Einkommen haben, bei einem Zwei-Personen-Haushalten soll die Grenze bei 22.000 Euro statt 18.000 Euro liegen. Für jedes Kind soll ein Zuschlag von 2.000 Euro – statt bislang 500 Euro – gewährt werden. Viele Potsdamerinnen und Potsdamer werden davon profitieren, u.a. auch Studierende. Das neue Gesetz, das derzeit im Landtag beraten wird, erlaubt die Förderung von Wohnheimen für Studierende und Azubis und Wohngemeinschaften für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Mehrgenerationenhäuser. In Potsdam wird bereits fleißig geplant und gebaut. An der Biosphäre, direkt am Alten Markt und an der Breiten Straße sind Studentenwohnheime oder alternativ Sozialwohnungen  vorgesehen. Mitten in der Stadt und nicht an den Rand gedrängt ist als Standort auch die richtige Entscheidung!

Die Immobilienbranche allein ist nicht in der Lage, den Wohnungsmarkt so zu steuern, dass es ein ausreichendes Angebot an Wohnungen gibt – das mussten wir in den letzten Jahren bitter erleben. Deshalb brauchen wir den sozialen Wohnungsbau und eine Ausweitung von Investitionen die sich am Gemeinwohl orientieren – wie Mehrgenerationenhäuser und Alten-WGs. Das Instrument der Mietenbremse hat übrigens trotz größter Skepsis funktioniert, wie der Potsdamer Mietspiegel zeigt. Ob die Idee der Berliner SPD – die Mietpreisregulierung über Landesgesetze funktioniert, beobachte ich mit großem Interesse. Vielleicht ist es ja auch für Brandenburg geeignet?

Bildnachweis: pixabay

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