Mehr Erzieherinnen und Erzieher und keine Gebühren für Geringverdiener!

Auf der Fraktionsklausur haben wir entschieden: Wir finanzieren längere Betreuungszeiten in den Brandenburger Kitas und entlasten Geringverdiener bei den Kita-Beiträgen. 10 Millionen Euro wird die Landesregierung bereits 2019 für längere Betreuungszeiten zur Verfügung stellen. Für die Potsdamer Eltern bedeutet das, dass mehr Personal in den Kitas eingestellt werden kann. Ich freue mich, dass wir nun die Kernforderung der Elterninitiative  „JETZT! Für eine bessere KiTa-Betreuung in Potsdam“ aufgreifen und die Finanzierung der langen Betreuungszeiten anfassen.

Mit dem neuen Kitajahr sollen auch die Kitagebühren für Geringverdiener bis 20.000 Euro in ganz Brandenburg fallen. Geringverdiener zahlen in Potsdam bereits seit 2016 keine Kitagebühren mehr. Seit August 2018 sind Eltern mit einem Bruttoverdienst bis zu 29.660 Euro von den Gebühren befreit. Potsdam war damit Vorreiter einer Entwicklung, die nun in ganz Brandenburg gelten wird.

Die Mittel für beide Änderungen bei der Kinderbetreuung stammen aus dem Gute-Kita-Gesetz des Bundes. Jedes Bundesland kann eigenständig entscheiden, welche Prioritäten es setzt. Die SPD-Fraktion in Brandenburg hat sich für mehr Erzieherinnen und weniger Gebühren entschieden. Mehr Geld für eine 10 Stunden Betreuung  war lange Zeit auf Landesebene umstritten, weil es regional große Unterschiede bei den Betreuungszeiten der Kinder gibt. Die Bertelsmann-Stiftung hat jedoch gerade für Potsdam alarmierende Studien vorgelegt: In Brandenburg kümmert sich durchschnittlich eine Erzieherin um fünf Kleinkinder unter drei Jahren. Bei den Drei- bis Sechsjährigen ist momentan rein rechnerisch eine Erzieherin für 11,5 Kinder zuständig.  Dieser Personalschlüssel bezieht sich auf den 8 Stunden-Tag einer Erzieherin. In der Realität sind jedoch viele Kinder über 8 und bis zu 10 Stunden in den Kitas. In Potsdam haben rund 46 Prozent der Krippenkinder und fast 40 Prozent der Kindergartenkinder einen Betreuungsbedarf von bis zu 10 Stunden – weil die Eltern arbeiten und einen weiten Anfahrtsweg haben. Der Personalschlüssel wird daher wie ein Kaugummi auf die Öffnungszeiten der Kita ausgedehnt, mit dem Ergebnis, dass in den Kernzeiten des Tages viel mehr als fünf Kleinkinder bzw. 11,5 Kitakinder von einer Erzieherin betreut werden.  Eine Situation, die für Kinder, Eltern und Betreuer hoch belastend ist.

Ich bin erleichtert, dass die Forderung nach verlängerter Betreuungszeit nun berücksichtigt wird  und hoffe, dass sich die Situation entspannt.  Die Träger müssen jedoch geeignetes Personal finden, der Arbeitsmarkt für Erzieherinnen und Erzieher ist fast leergefegt. Auch dazu haben wir im Parlament bereits Druck gemacht, z.B. durch mehr Ausbildungs- und Studienplätze für Erzieherinnen und Erzieher.

Bildnachweis: colourbox

 

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