Gutes und kostenloses Mittagessen für alle Kinder

Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern brauchen Kinder eine warme und gesunde Mahlzeit am Tag. Ich bin der Meinung, alle Kinder sollen daher ein kostenloses Mittagessen in den Kitas und Schulen erhalten. Essen macht mehr Spaß in der Gemeinschaft und ein satter Bauch lernt viel besser. Wir müssen die Themen Essen und Ernährung wieder mehr in die Schulen holen, um die Chancen der Kinder auf eine gesunde Entwicklung zu erhöhen. Als Mutter von drei Schulkindern weiß ich, wie schwierig es ist, Kindern gesunde Mahlzeiten schmackhaft zu machen. Doch es funktioniert meistens.  Ich will vier Maßnahmen umsetzen, damit unsere Kinder mit gesundem Essen aufwachsen.

Kostenlos heißt, dass alle dabei sind

Ein kostenfreies Mittagsangebot wäre ein Anfang, damit wirklich alle Kinder teilnehmen. Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket geht dies auch heute schon. Besser ist es, ohne Formulare mit vielen Stempeln, einfach an den Tisch setzen und genießen. Gemeinsame Mahlzeiten spielen eine große Rolle damit die Chancengleichheit der Kinder wächst. So zeigt sich nicht schon am Mittagstisch, wer aus einer Familie mit wenig Geld stammt und am Rand sitzen muss. Es gibt noch einen weiteren Pluspunkt für ein kostenfreies Angebot:  Wenn das Land die Kosten dafür übernimmt, kann und sollte es Qualitätsvorgaben machen. Kostenloses Essen darf nicht wertlos sein. Darauf müssen wir achten – finde ich. 

Was ist gutes Essen? 

Schulverpflegung ist Schulsache und solange Kommune und Eltern mitzahlen, darf das Land keine direkten Vorgaben machen. Das betrifft die Qualität und auch den Preis. Brandenburg hat aber eine Vernetzungsstelle für Kita- und Schulverpflegung, die sagt: Gutes Essen ist abwechslungsreich mit frischen Zutaten und enthält viel Gemüse und Obst, wenig Fleisch, wenig Zucker. Sie empfehlen die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Beruhigend für uns alle: ein guter Speiseplan enthält Gerichte, die Kinder gerne essen. Die Vernetzungsstelle schlägt deshalb vor, eine Mensa AG in der Schule zu gründen. Gute Sache, denn dort dürfen alle – auch die Kinder – ihre Wünsche und Vorstellungen ansprechen. Außerdem gilt es, genügend Zeit für die Mittagspause und attraktive Räume zum Essen einzuplanen. Ein guter Draht der Schulen zur Vernetzungsstelle und die Einrichtung der Mensa AG an allen Schulen finde ich unerlässlich für ein gutes Schulessen.

Gesundes Essen ist Lernsache!

Was ist drin im Essen und was ist gesund? Das muss kindgerecht und spielerisch im Schulalltag eingebaut wird. Übergewichtige Kinder und Kinder mit Essstörungen gibt es leider schon zu viele. Wir können dem nur vorbeugen, indem wir den Kindern die Chance auf einen gesunden Umgang mit dem Thema Ernährung geben. Zum Beispiel kommt gezuckerte Schulmilch bei uns in Brandenburg nicht mehr in die Tüte! Brandenburg hat neben dem Schulmilch- auch ein Schulobstprogramm. Die Schulen können damit regionales Obst kaufen und verteilen. Das ist eine gute Sache.  Selbst einkaufen, selbst kochen und ganz viel ausprobieren, gemeinsam und in der Schule ist der nächste Schritt. Die Potsdamer Schulen haben dazu schon einiges bewegt, aber ich denke, es geht noch mehr. Zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Initiative „Ich kann kochen“ der Barmer Krankenkasse oder dem  AOK-Kindertheater „Henrietta in Fructionia“. 

Vier Maßnahmen, mit denen ich gesunde Ernährung in Kita und Schule fördern möchte: 

  • Kostenloses Mittagessen für alle Kinder in der Kita und Schule ist mein Ziel bis Ende 2023. Dafür müssen wir genügend Geld im Land bereitstellen. Damit alle Kinder ein gleichwertig gutes Essen erhalten, müssen dann einheitliche Kriterien für die Qualität des Essens gelten. Am besten nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, wie es in Berlin gilt.
  • Das Schulobst- und Schulmilchprogramm des Landes muss weiter gefördert werden. Beide Programme sollten so einfach umzusetzen sein, dass möglichst viele Potsdamer Schulen teilnehmen können.
  • Gesunde Essgewohnheiten können wir lernen. Das Thema gehört in die Schule und zwar zentral. Ich will, dass wir das Thema gesundes Essen noch mehr spielerisch und kindgerecht in der Schule anbieten. Am „Tag der Schulverpflegung“ können die Schulen zum Beispiel zeigen, was sie zum Thema draufhaben und sich neue Ideen holen. 
  • Genügend Zeit zum Essen und die passenden Räume sind wichtig für eine gesunde Mittagspause in den Schulen. Die Mensa Ag mit einem regelmäßigen Check des Essens, der Essenszeiten und der Räume gehört in jede Potsdamer Schule! 

(Foto: Martina Wilczynski)

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