Gutes Bio-Essen aus der Region ist fair

Die Potsdamer mögen Bioprodukte aus Brandenburg. Das Angebot ist entsprechend vielfältig. Avocados wachsen zwar nicht im märkischen Sand, doch vieles anderes. Inzwischen werden über zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Brandenburg ökologisch bewirtschaftet. Da ist noch Luft nach oben. Bio, regional und fair, diesen Dreiklang in der Mark voran zu bringen, ist mir ein Anliegen. Gemeinsam mit dem Biobauern Sascha Philipp habe ich mir Gedanken gemacht, wie noch mehr Bioprodukte aus Brandenburg auf den Potsdamer Tisch kommen können. 

Gesund und munter

Das Bio-Angebot in Potsdam ist so vielfältig, das für jeden etwas dabei ist. Kleine und größere Bioläden sind über die Stadt verteilt, auf dem Markt und beim Discounter gibt es eine große Auswahl. Biolebensmittel kommen ohne chemische Keulen aus und fertige Produkte enthalten keine Konservierungsstoffe. Meinen Kindern gebe ich gerne gesundes Essen. Bio zu kaufen ist aber vor allem ein Statement für die Umwelt. Ökologischer Landbau schont den Boden, die Pflanzen und die Tiere und nutzt dabei moderne Technik und neueste Forschungsergebnisse. Das ist moderne Landwirtschaft, die ich unterstützen möchte, nicht nur weil ich gerne gesund bleibe, sondern auch, weil ich eine gesunde Umwelt möchte. Etwas mehr als 12 Prozent der Flächen in Brandenburg werden ökologisch bebaut, das ist bundesweit ziemlich gut, sollte aber natürlich noch mehr werden. Die Nachfrage ist auf jeden Fall größer als das Angebot. Das brandenburgische Agrar- und Umweltministerium unterstützt speziell über eine eigene Förderrichtlinie den Ökolandbau. Ich setze mich dafür ein, dass wir noch mehr in die Umstellung auf Biolandwirtschaft investieren. 

Regionales Bio unterstützt die Heimat

Nicht nur das Klima, sondern auch der Geschmack leidet, wenn Obst und Gemüse lange Strecken hinter sich haben. Mindestens dieses Argument hat mich davon überzeugt, Regionales zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen. Die Brandenburger Heidelbeeren, die im Juli und August reif sind, sind innerhalb von ein paar Stunden auf dem Esstisch und schmecken unschlagbar gut. Im Winter gibt es bei mir zuhause Äpfel aus Werder. Ein Teil unserer Biolebensmittel stammt aus der Mark, manches sogar aus dem Potsdamer Stadtgebiet. Beim Bauern um die Ecke dürfen meine Kinder nachschauen, ob es den Schweinchen gut geht. Wer regional kauft, unterstützt die Arbeit und das Einkommen der Bauern in den Brandenburger Dörfern. Zwar gilt auch hier inzwischen der Mindestlohn, von einer fairen Entlohnung ist das aber noch weit entfernt. Jeder, der billiges Fleisch kauft, sollte sich die Bedingungen für die Tiere, die Umwelt und die Menschen, die das herstellen, vor Augen halten. 

Bioprodukte für Schulen, Kitas und Mensen

Was fehlt, sind vor allem Bioprodukte in größeren Mengen für Kantinen und Mensen. In Berlin wird beim Schulessen 10 Prozent an Bio-Produkten vorgeschrieben – das wäre auch für Brandenburg möglich und zwar dann, wenn das Land die Kosten für das Mittagessen in Kitas und Schulen bezahlt. Bio-Lebensmittel sind aber teurer als konventionelle Lebensmittel. Daher wäre eine Landesförderung genau richtig, weil es allen Kindern zu Gute kommt. 

Vier Maßnahmen für mehr Bioprodukte aus Brandenburg:

  • Ich setze mich dafür ein, dass wir die Umstellung von konventioneller auf Biolandwirtschaft besser finanzieren – als Anreiz für mehr Bio in der Mark. 20 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Bioanbau sollten wir in den nächsten fünf Jahren schaffen.
  • Die Fördermittel des Landes für Öko-Landwirtschaft müssen nochmals insbesondere für den Anbau von Obst und Gemüse erhöht werden. Für mehr regionale und ökologische Produkte in unseren Schulen, Kitas und Mensen.
  • Potsdam könnte Teil einer Ökomodellregion werden. Neben dem Ziel, den Anteil an Ökoflächen zu erhöhen sollen Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr regionale Bioprodukte angeboten werden. Das Projekt wird 2020 in Brandenburg starten und Potsdam sollte sich bewerben!
  • Um die Gewinne beim Öko-Absatz anzukurbeln möchte ich, dass das Land die Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln in Brandenburg unterstützt. Die Produktpalette reicht bereits vom Sanddornsaft bis zum Dinkelbrot, kann aber noch erweitert werden.

Foto: Johannes Funke (Bauernverband Havelland), Klara Geywitz und Sascha Philipp (Landgut Pretschen) am 25. Juli 2019 in Potsdam

Scroll to Top