Der Kamin, eine Feinstaubschleuder

Nach Erkenntnissen des Umweltbundesamtes kommen 10 – 20 Prozent der Feinstaubbelastung in der Heizperiode von Holzfeuerungsanlagen. 

In Brandenburg gibt es neben 42.500 Heizungen mit Kohle oder Holz auch noch 340.000 Einzelraumfeuerungsanlagen (Kamine, Kachelöfen, Herde und offene Kamine). Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DHU) stoßen Kleinfeuerungsanlagen mittlerweile mehr Staubemissionen aus als der Straßenverkehr. Und das meist durch rein dekorativ verwendete Kamine, die in besseren Wohngegenden zum Standard gehören und deren Anzahl in den letzten Jahren rasant zugenommen hat. 

Besonders in Tagen mit kalten Hochdruckgebieten und wenig Wind kann es durch Holzverbrennung zu einem örtlichen Anstieg von Feinstaub, Stickstoffdioxid und Schwefeloxid kommen. Der strenge Geruch ist dann auch ohne Messgerät häufig mit der eigenen Nase festzustellen. 

Holzheizungen tragen zu Feinstaubbelastung und schlechter Luftqualität bei. Die Landesregierung weist in ihrer Antwort darauf hin, dass der Feinstaub von Holzverbrennung und aus Autoabgasen gleich gesundheitsgefährdend ist.  „Es ist richtig, dass Holzöfen nicht auch noch durch Steuermittel in Brandenburg gefördert werden“, so die Landtagsabgeordnete Klara Geywitz (SPD), die das Thema in einer kleinen Anfrage aufgegriffen hatte. 

Grundsätzlich können Kommunen im Rahmen des Immissionsschutzes den Verzicht von Kaminbenutzung bei hoher Belastung einschränken. In Brandenburg ist das bisher nicht der Fall. 

„Kaminfeuer kann man romantisch finden, es ist auf jeden Fall umweltschädlich. Kaminbesitzer können durch sparsame aber korrekte Benutzung einen aktiven Beitrag leisten, die Luftqualität an ihrem Wohnort zu verbessern“, so die Abgeordnete Geywitz.

So sollten Kamine nicht zur Regelbeheizung des Hauses eingesetzt werden, nur trockenes Holz verbrannt werden und auf keinen Fall der Hausmüll durch den Kamin entsorgt werden. 

Darüber hinaus sollte jeder Kaminbesitzer die Regelungen der Bundesimmissionschutzverordnung einhalten. Danach müssen bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen mit Filtern nachgerüstet oder stillgelegt werden. Der nächste Stichtag ist der 31.12.2020. Bis dahin müssen alle Öfen mit Baujahr bis 31.12.1994 modernisiert werden. 

Mehr Informationen zu diesem Thema sind unter www.clean-heat.euzu finden. 

Foto: pixabay

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