Bauen auch für den kleinen Geldbeutel…

Stadt und Land verkaufen immer wieder Grundstücke oder Altbauten, auch im Potsdamer Stadtkern. Damit auch Menschen mit geringerem Einkommen zum Zuge kommen, gibt es die Konzeptvergabe. Der beste Plan gewinnt und nicht das höchste Geldgebot. Das Land hilft beim Bau mit einer Förderung für Menschen, die es auf dem Wohnungsmarkt sonst schwer haben. Ich unterstütze diese Ideen und stelle vier Maßnahmen vor, wie es in Potsdam möglich ist, auch mit kleinem Geldbeutel zu bauen.

Konzept statt dickem Bankkonto

In Babelsberg, der Innenstadt und Potsdam-West ist es natürlich schwieriger Grundstücke zu finden als in einem neuen Wohngebiet. Aber es gibt sie noch, die Baulücken. Nicht überall gibt es allerdings Platz für einen Mehrgeschossbau. Beim Bauen oder Umbauen muss daher Fantasie her. Potsdam hat – auf Initiative der SPD – seit kurzem einen Beschluss, der vorsieht, Grundstücke in städtischer Hand nicht an den Höchstbietenden zu vergeben, sondern an Bauherren mit dem besten Konzept. Eine sehr gute Idee, da fallen mir auch viele mögliche Projekte ein: Der Bau von barrierefreien Wohnungen für Seniorinnen und Senioren oder Mehrgenerationenhäuser gehören auf jeden Fall dazu. Und wir brauchen dringend ein Wohnprojekt für junge Menschen mit Behinderung.

Gemeinschaftliches Wohnen

Gemeinschaftliche Wohnprojekte sind in Potsdam schon länger nichts Ungewöhnliches mehr. Bei dieser Wohnform leben mehrere Haushalte zwar in separaten Wohnungen, sie  haben aber Gemeinschaftsräume, geben sich gegenseitig Unterstützung oder haben gemeinsame Lebensgrundsätze. Das reicht vom Leben und Arbeiten unter einem Dach bis zu Gruppenwohnprojekten für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf.  Die Projekte werden im Wesentlichen durch die Bewohner selbst organisiert.  Neu ist auf jeden Fall, dass über das Brandenburger Wohnraumgesetz Fördermittel für den Bau solcher Anlagen möglich sind. Besondere Formen des Zusammenlebens können Geld sparen, Einsamkeit verhindern oder einfach Spaß machen. Das passt in unser tolerantes Potsdam auf jeden Fall – jeder darf, keiner muss. 

Vier Maßnahmen, um auch mit wenig Geld ein Wohnprojekt zu stemmen

  • Ich unterstütze die Idee von gemeinschaftlichen Wohnprojekten aller Art. Und wir brauchen dringend ein Wohnprojekt für junge Menschen mit Behinderung. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg vergibt Kredite und Zuschüsse an Modellprojekte für gemeinschaftliches Wohnen. Ich will, dass dieses Landesprogramm in Potsdam bekannter wird und auch aktiv beworben wird. Damit neue Idee und Projekte entstehen.
  • Kredite und Zuschüsse der Landesbank gelten natürlich auch für Familien. Besonders bezuschusst wird Bauen mit hoher Energieeinsparung. Das ist eine Gelegenheit für günstiges Wohnen und das Klima wird ebenfalls geschont. Energie zu sparen ist ein nachhaltiges Konzept, das bei Ausschreibungen berücksichtigt werden muss.
  • In Projekthäusern sind Mieten oft günstiger. Das Land fördert den Bau von Wohnungen für all diejenigen die es sonst auf dem Wohnungsmarkt schwer haben: Studierende, Familien mit vielen Kindern, Menschen mit Behinderung. Auch für dieses Landesprogramm sollten mehr private Baugemeinschaften geworben werden. 
  • Die Stadt wird endlich einen Baugruppenmoderator einsetzen, der als Anlaufstelle für gemeinschaftliches Wohnen dienen soll, um zu informieren und Kontakte zu vermitteln, also bei der Realisierung der Projekte helfen soll. Dieser Moderator muss so schnell wie möglich seine Arbeit aufnehmen.

(Foto: Martina Wilczynski)

 

Scroll to Top