Klara Geywitz
Stark für Brandenburg.

In jungen Jahren mit Steffen Reiche

Mein Weg in die Politik

Zur Wendezeit war ich ein Teenager. Eine ziemlich heftige Kombination. Ich habe versucht, mit mir klar zu kommen und gleichzeitig hat sich um mich herum alles, aber auch wirklich alles geändert. Soviel Freiraum und Gestaltungsmöglichkeit war nie wieder. Brandenburg wurde damals von einer Ampel-Koalition regiert. Deren Schulpolitik führte das 13. Schuljahr ein. Ich war mit dem Abi eigentlich schon fast fertig und musste jetzt noch ein Jahr rumbummeln. Die Zeit nutzte ich, um viel über Politik zu erfahren. Die sozialen Probleme Anfang der 90er waren riesig. Betriebe brachen über Nacht zusammen, auch meine Familie war von Arbeitslosigkeit betroffen. Regine Hildebrandt und Manfred Stolpe von der SPD kämpften für die Interessen der Ostdeutschen, hörten zu und haben mich beeindruckt. Den Ausschlag für meinen Eintritt in die SPD gab es dann bei den Oberbürgermeisterwahlen 1993. Horst Gramlich (SPD) oder Rolf Kutzmutz (Linke) war die Frage. Für mich war klar – meine Heimatstadt sollte nicht 3 Jahre nach der friedlichen Revolution von einem alten Kader regiert werden. Ich machte meinen ersten Wahlkampf und blieb dabei. 1998 kandidierte ich das erste Mal für das Potsdamer Stadtparlament und lernte dort die harte Schule der Kommunalpolitik. Mit 21 Jahren las ich die Friedhofsgebührensatzung, stritt über die Straßenreinigung, musste damals schwere Entscheidungen zu Schulschließungen treffen. Seit dieser Zeit habe ich hohen Respekt vor allen ehrenamtlichen Kommunalpolitikern, die ihre Freizeit einsetzen und oft wenig Dank für ihren Dienst an der Gesellschaft bekommen. 2004 kandidierte ich dann das erste Mal für die SPD für den Landtag und wurde auch gleich direkt gewählt. Klingt alles furchtbar geradeaus, war aber nie so geplant. Das geht in der Politik auch meistens schief.