Klara Geywitz
Stark für Brandenburg.

Belvedere auf dem Pfingstberg (Foto: SPSG)

Wenn ich Besuch habe, ist ein Spaziergang durch die Nauener Vorstadt Pflicht. Am liebsten samstags, wenn am Nauener Tor Genießer und Spätaufsteher ihren Einkauf auf dem Markt erledigen. Von hier aus geht es weiter vorbei an den herrschaftlichen Häusern zur russischen Kolonie Alexandrowka. Wie im Märchen steht man auf einmal inmitten eines Ensembles alter russischer Holzhäuser. Es  wurde von Friedrich Wilhelm III. für russische Sänger gebaut. Weiter geht’s dann einen kleinen Berg hoch zur Alexander-Newski-Kapelle. Wer dieses kleine Kirche betritt, riecht, spürt und hört das Gefühl einer russisch-orthodoxen Kirche.

Wenn man weiter geht, kommt man an Potsdams alten jüdischen Friedhof vorbei und besteigt nunmehr den Pfingstberg. Ein Schmuckstück, welches nur mit Hilfe des tollen Pfingstbergvereins, vieler Stunden Arbeit und Millionenspenden wieder entstanden ist. Auf jeden Fall auf den Turm gehen, es lohnt sich!

Hunger und Durst stillt man danach am besten bei Kades und dann bietet sich eine ganze Reihe von weiteren Besuchszielen an. Im Neuen Garten können Geschichtsinteressierte das Schloss Cecilienhof erkunden und sich über die Potsdamer Konferenz informieren. Durchaus beliebt ist auch ein Sprung in den Heiligen See. Zurück in Richtung Innenstadt passiert man noch einige besondere Einrichtungen. In der Großen Weinmeisterstraße befindet sich das brandenburgische Fontane-Archiv in der Villa Quandt und das Lepsiushaus (benannt nach dem berühmten Menschenrechtler und Theologen Johannes Lepsius).

Unweit von diesen beiden Einrichtungen in der Leistikowstraße ist die Gedenk- und Begegnungsstätte. Sie erinnert daran, dass dieser Teil der Nauener Vorstadt bis 1994 das „Militärstädtchen Nummer 7“ war, dessen Betreten für die Potsdamer Bevölkerung verboten war und zeigt das Leid im zentralen Untersuchungsgefängnis der sowjetischen militärischen Spionageabwehr.