Klara Geywitz
Stark für Brandenburg.

Mehr als ein Geheimtipp ist der Bürgershof mit seinem wunderschönen Biergarten. Diese Ecke Potsdams, umgeben von Wasser und den Parks des Weltkulturerbes war schon im vergangenen Jahrhundert eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner und Brandenburger.

Klein Glienicke ist trotz seiner bescheidenen Größe von 28 Hektar reich an architektonischen Schätzen. Hier gibt es einen alten Friedhof mit einer Kapelle nach Entwürfen von Reinhold Persius. Nach der Wende konnte diese dank privaten Engagements, unter anderem von Andreas Kitschke und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gerettet werden.

Kapelle und Friedhof gehören ebenso wie die dekorativen Schweizerhäuser zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Heute unvorstellbar wurden für den Bau der Mauer 1961 sechs Schweizerhäuser abgerissen.

Aufgrund seiner exklusiven Lage war Klein Glienicke schon immer ein Brennglas deutscher Geschichte. In den 20er Jahren wohnten hier viele UfA-Stars. Zahlreiche Künstler und viele jüdische Mitbürger emigrierten oder wurden zum Zwangsverkauf ihrer Häuser gezwungen.

Wie auch in Babelsberg machten sich schnell Nazi-Größen in den schönen Villen am Wasser breit. Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges und der deutschen Teilung wurde Klein Glienicke eine Exklave. Als Hochsicherheitszone zwischen der DDR und West-Berlin durften nur besonders treue Genossinnen und Genossen den Blick aufs Wasser genießen. Dramatische Szenen spielten sich während Fluchtversuchen ab.

Heute ist Klein Glienicke eine der begehrtesten Wohnlagen mit entsprechenden Immobilienpreisen. Aber Geld alleine macht auch nicht glücklich, Eis dafür schon. Direkt an der Prinz Leopold Brücke, über die man nach Klein Glienicke gelangt, kann man bei Wartmanns feinstes Eis geniessen.