Klara Geywitz
Stark für Brandenburg.

Schule

Die Grande Ecole, heute Heinrich-von-Kleist-Schule (Schule des Zweiten Bildungsweges)

Schulen sind Ländersache. Die Potsdamer Schulen stehen also unter der Aufsicht des Landes Brandenburg,  das Land finanziert den Unterhalt und entscheidet über (fast) alles: Welche Schulformen es gibt, wie viele Schulen es im Schulbezirk gibt, die Anzahl der Lehrer, die maximale Klassenstärke, der Rahmenlehrplan etc.  Fragen zum System, Infos und Materialien hält der Bildungsserver Berlin-Brandenburg bereit.

Während fast alle Städte und Gemeinden in Brandenburg mit einem massiven Schülerrückgang kämpften, hat Potsdam seit vielen Jahren das gegenteilige Problem. Potsdam wächst und somit werden alle Schulen gebraucht und neue müssen her. Potsdam muss aber den Neu- und Umbau von Schulen selbst organisieren und selbst finanzieren. Schulneubauten sind teuer und allein die Suche nach einem passenden Grundstück kann lange dauern. Mit einem großen Investitionsprogramm von über 160 Millionen Euro, das sie 2014 verabschiedete, versucht die Stadt Potsdam nun die Schullandschaft auf den neuesten Stand zu bringen. Sechs neue Schulen entstehen bis zum Jahr 2025.

Die Schulanfänger haben die Wahl zwischen 21 Grundschulen und zwei Oberschulen mit Primarstufe in Trägerschaft der Stadt. Darüber hinaus gibt es elf Grundschulen in freier Trägerschaft. Für die staatlichen Schulen gilt, wenn mehr Kinder angemeldet sind, als es Plätze gibt, entscheidet die Nähe der Wohnung zur Schule. Eine Übersicht mit den Kurzporträts gibt es hier.

Nach der Grundschule stehen 15 staatliche und sieben freie weiterführende Schulen zur Auswahl. Das Brandenburger Schulsystem sieht Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien vor. Von allen gibt es reichlich in Potsdam. Besonders begehrt sind die Gesamtschulplätze, denn sie bieten den Schülern mehrere Möglichkeit der Schulkarriere, vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur.

Für diejenigen Kinder, die mehr Unterstützung für die Schule brauchen, stehen fünf Förderschulen in Potsdam zur Verfügung. Und wer als Erwachsener nochmal die Schulbank drücken will, ist in der Heinrich-von Kleist-Schule genau richtig.

Neben den allgemeinbildenden Schulen verfügt Potsdam noch über eine traditionsreiche Musikschule und eine Kunstschule. Beide erhalten finanzielle Unterstützung vom Land und der Stadt.

Frei oder Staatlich?

Fast ein Drittel der Schulen in Potsdam sind in freier Trägerschaft. Der größte Unterschied zwischen den beiden Systemen ist sicher, dass freie Träger immer eine Art von „Schulgeld“ von den Eltern verlangen. Die freien Schulen erhalten in Brandenburg lediglich etwa 80 Prozent ihrer Kosten aus dem staatlichen Topf und müssen daher die restlichen Kosten z. B. über Elternbeiträge einnehmen. Es gibt keine Vorgaben, wie der Beitrag gestaffelt ist. Freie Schulen unterstehen aber ebenfalls der staatlichen Schulaufsicht, sie brauchen eine Genehmigung zum Schulbetrieb. Eine besondere pädagogische Ausrichtung zeichnet viele freie Schulen aus. Waldorf- oder Montessorischulen sind dabei die bekanntesten. Einige bezeichnen sich auch allgemein als reformpädagogische Schulen oder haben einfach einen christlichen Träger. Die Unterschiede zu den staatlichen Schulen sind nicht immer besonders groß. In Potsdam wurde die erste staatliche (Montessori-Oberschule) in Deutschland gegründet und es gibt viele Schulen mit reformpädagogischen Ansätzen, die in städtischer Trägerschaft sind. Im Aufbau befindet sich auch eine städtische Montessori-Gesamtschule mit der Möglichkeit Abitur zu machen. Auch das ist bislang eine Besonderheit im deutschen Schulsystem.